Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 18

Sauna bei Hypertonie oder koronarer Herzkrankheit kontraindiziert?

Die finnische Sauna wird bei einer Temperatur zwischen 75 und 110 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 0 - 20 % r.F. durchgeführt. Ein Saunagang soll zwischen 8 - 15 min liegen, gegen Ende stets in sitzender Position. Die Pausen sollen die gleiche Länge haben wie die Saunaphasen. Der Zyklus kann bis zu dreimal wiederholt werden. Durch die Sauna kommt es zu einer Aufheizung der Kerntemperatur auf annähernd 38,5 °C mit einer mittleren Schweißproduk-tion von 200 - 400 ml pro Gang und einem Salzverlust von 2 - 4 g/l Natrium und 0,2 - 0,4 g/l Kalium. An Herz-Kreislaufreaktionen wurden ein Anstieg der Herzfrequenz um ca. 50 %, ein leichter Abfall des diastolischen Blutdrucks, ein deutlicher Anstieg des Herzminutenvolumens und eine reflektorische Koronararteriendilatation beobachtet. Die Leistungsbewertung der Sauna entspricht einem zügigen Gehen oder einer Ergometrie mit 50 Watt. Vegetativ kommt es zu einer initialen Vagotonie durch die Hitze, dann zu einer sympathischen Aktivierung durch die Belastung und schließlich zu einer vagotonen Nachschwankung mit Müdigkeit.
Bei Hypertonie ändert sich der systolische Blutdruck während der Sauna nicht, der diastolische Druck fällt. Hypertensive Blutdruckreaktionen sind in der Regel nicht zu erwarten. Das Blutvolumen wird verkleinert, Natrium vermehrt ausgeschwitzt. Bei einer koronaren Herzkrankheit steigt der Sauerstoffbedarf durch die leichte Belastung (50 Watt Ergometrie) an, reflektorisch kommt es jedoch simultan zu einer Koronardilatation, so dass keine Exazerbation der Erkrankung zu beobachten ist. Eine bekannte korona-re Herzkrankheit, ein alter Herzinfarkt oder eine stabile An-gina pectoris gelten in der Fachliteratur nicht als Kontrain-dikation zur Sauna. Bei einer kompensierten Herzinsuffizienz sieht man bei mäßiger Hitzebelastung um 60 °C eine Entlastung des Herzens mit Steigerung der Auswurffraktion durch Vor- und Nachlastsenkung bei erhöhter Koronardurchblutung. Erst bei größerer Hitzebelastung um 100 °C tritt die Herzbelastung wie bei zügigem Gehen auf. Langfristig kommt es aber durch den Flüssigkeits- und Salzverlust zu einer Entlastung des Herzens. So war nach täglicher Sauna über 2 Wochen bei Herzinsuffizienz im Stadium NYHA II - III eine deutliche Besserung der klinischen Symptome mit parallelem Abfall der

Literatur: 1. Kihara T, Biro S, Imamura M, et al. (2002) Repeated sauna treatment improves vascular endothelial and cardiac function in patients with chronic heart failure. J Am Coll Cardiol. 39(5):754-9. [Pubmed Abstract] 2. Hannuksela ML, Ellahham S. (2001) Benefits and risks of sauna bathing. Am J Med. 110(2):118-26. [Pubmed Abstract] 3. Imai Y, Nobuoka S, Nagashima J, et al. (1998) Acute myocardial infarction induced by alternating exposure to heat in a sauna and rapid cooling in cold water. Cardiology 90(4):299-301. [Pubmed Abstract] 4. Winterfeld HJ, Siewert H, Strangfeld D, et al. (1988) Der Einsatz der Lauf- und Saunatherapie zur Rehabilitation von hypertonen IH-Patienten nach aortokoronarer Venenbypassoperation (ACVB) unter besonderer Berücksichtigung der Hämodynamik. Z Kardiol. 77(3):190-3. [Pubmed Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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